Bürgermeister Klaus Vorderbrüggen im Interview: Ziele, Energieprojekte und Langenberg im Fokus

Langenberg. Seit 13 Wochen im Amt, zeigt sich Bürgermeister Klaus Vorderbrüggen engagiert, offen und nahbar. Im Gespräch sprach er über seine ersten Eindrücke, Schwerpunkte seines Amtsjahres und aktuelle Themen wie Klimaschutz, kommunale Finanzen und das geplante Bürgerbad.


Erste Eindrücke

„Die ersten Tage waren sehr abwechslungsreich“, erzählt Vorderbrüggen. Besonders der Empfang am 3. November sei beeindruckend gewesen: Von den rund 60 Mitarbeitern standen 50 im Foyer, um ihn zu begrüßen. In der ersten Woche habe er jeden Mitarbeiter persönlich kennengelernt.


Schwerpunkte im ersten Amtsjahr

Für Vorderbrüggen steht das Kennenlernen der Gemeinde und ihrer Strukturen im Vordergrund. Gleichzeitig setzt er auf konkrete Projekte:

  • Unternehmensbesuche: Ziel ist es, alle Firmen in Langberg zu besuchen und die lokalen Partner besser kennenzulernen.
  • Klimaschutz: Die vakante Stelle eines Klimaschutzbeauftragten soll bald besetzt werden. Die Person wird direkt dem Bürgermeister unterstellt und soll unter anderem die kommunale Wärmeplanung und Energieprojekte koordinieren.

Führungsstil und Kommunikation

Vorderbrüggen legt großen Wert auf direkte Kommunikation mit den Mitarbeitern. Regelmäßige Gespräche und Besuche in den Büros ermöglichen einen guten Einblick ins Tagesgeschäft. „Mir ist wichtig, ein offenes Ohr für die Mitarbeiter zu haben“, so der Bürgermeister.


Persönliches

Kurze Antworten zeigen den Menschen hinter dem Amt: Vorderbrüggen ist sportlich aktiv – Läufer und Schwimmer – hat aber nur einfache Kochkünste. Er steht in Kontakt mit seiner Vorgängerin und engagiert sich in den beiden örtlichen Schützenvereinen.


Energie und erneuerbare Quellen

Ein zentrales Thema ist die Energieversorgung: „Im Winter müssen wir aktuell 95 % unseres Stroms zukaufen“, erklärt Vorderbrüggen. Repowering bestehender Windräder und ein neues Windrad sollen die Situation verbessern. Langfristig werden Speicherlösungen nötig sein, um Zeiten ohne Sonne und Wind zu überbrücken. Ziel bleibt die Klimaneutralität bis 2035.


Kommunale Finanzen

Der Jahresverlust der Gemeinde liegt derzeit bei 1,5–2,5 Millionen Euro und wird aus Rücklagen gedeckt. Vorderbrüggen betont, dass ein Großteil des Haushalts fremdgesteuert ist, etwa durch die Kreisumlage. Steuersätze bleiben stabil, die Grundsteuer B liegt bei 665 %. Einsparpotenziale sind begrenzt, dennoch arbeitet die Verwaltung an einer nachhaltigen Haushaltsplanung.


Bürgerbeteiligung und Schwimmbadprojekt

Der Verein für das geplante Bürgerbad existiert bereits, ebenso eine GmbH, die Bau und späteren Betrieb übernimmt. „Die Bürgerschaft steht voll hinter dem Projekt“, so Vorderbrüggen. Die finanziellen Details werden aktuell geprüft. Der Gemeinderat entscheidet voraussichtlich Ende April über die Umsetzung.


Botschaft an die Bürger

„Ich bin Bürgermeister für alle Bürgerinnen und Bürger von Langenberg und Bendler, unabhängig von Parteizugehörigkeit“, betont Vorderbrüggen. Zweimal im Monat bietet er Sprechstunden an und möchte für Anliegen der Bürger ein offenes Ohr haben.


Fazit: Vorderbrüggen setzt auf Transparenz, direkte Kommunikation und einen klaren Fokus auf Klimaschutz, Energieversorgung und lokale Wirtschaft. Die ersten 100 Tage im Amt zeigen: Der neue Bürgermeister will aktiv gestalten und Langenberg langfristig zukunftsfähig aufstellen.


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Von Norbert

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