Angriff Soest: Eine 14-jährige E-Scooter-Fahrerin ist am Dienstagnachmittag auf der Pollhofstraße in Soest von einer unbekannten Frau vom Rollersitz gezogen worden. Die Polizei sucht Zeugen und ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.
Am Dienstag, 28. Juli, kam es gegen 15 Uhr auf der Pollhofstraße in Soest zu einem Vorfall, bei dem eine 14-jährige E-Scooter-Fahrerin aus Bad Sassendorf von einer bislang unbekannten Frau angegriffen worden sein soll. Nach Angaben der Jugendlichen war sie gemeinsam mit einer Freundin auf ihren E-Scootern unterwegs, als ihnen eine unbekannte Frau entgegenkam. Die Frau soll die Jugendliche am Arm gepackt und von ihrem E-Scooter gezogen haben.
Die 14-Jährige blieb unverletzt und stürzte nicht. Anschließend soll die Unbekannte die Jugendliche lautstark angeschrien und ihren Unmut über E-Scooter geäußert haben. Eine weitere bislang unbekannte Frau griff verbal ein und forderte die Tatverdächtige auf, das Mädchen nicht anzuschreien. Daraufhin soll die Unbekannte die Frau beleidigt und ihr den Mittelfinger gezeigt haben.
Angriff Soest: So wird die Tatverdächtige beschrieben
Die Tatverdächtige wird wie folgt beschrieben: weiblich, etwa 50 bis 60 Jahre alt, circa 1,65 Meter groß, schwarz-graue Haare zu einem Dutt gebunden, bekleidet mit einem dunkelblauen, lockeren Oberteil. Die bislang unbekannte Zeugin beziehungsweise Geschädigte, die sich verbal einschaltete, wird wie folgt beschrieben: weiblich, etwa 40 bis 50 Jahre alt, circa 1,60 Meter groß, mit dunkelbraunen, welligen Haaren. Nach Angaben der 14-Jährigen hielten sich zur Tatzeit weitere Personen im Nahbereich auf, die den Vorfall möglicherweise beobachtet haben.
Die Polizei Soest hat ein Ermittlungsverfahren gegen die bislang unbekannte Tatverdächtige wegen des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Beleidigung eingeleitet. Die Polizei bittet die unbekannte Zeugin sowie weitere Personen, die den Vorfall beobachtet haben oder Hinweise zur Identität der Tatverdächtigen geben können, sich unter der Telefonnummer 02921 91000 zu melden oder die nächste Polizeidienststelle aufzusuchen.
E-Scooter im Straßenverkehr: Rechte und Pflichten für junge Fahrerinnen und Fahrer
E-Scooter erfreuen sich gerade bei Jugendlichen großer Beliebtheit, sorgen im Straßenverkehr aber immer wieder für Konflikte mit anderen Verkehrsteilnehmenden und Fußgängern. Grundsätzlich gilt: Wer sich im öffentlichen Raum bewegt, darf weder tätlich angegangen noch von einem Fahrzeug gezogen werden – unabhängig davon, wie sehr sich jemand über das Verhalten eines E-Scooter-Fahrers ärgert. Solche Selbstjustiz-Handlungen erfüllen selbst dann einen Straftatbestand, wenn keine Verletzung entsteht. Eltern und Jugendliche sollten daher wissen, dass sie in solchen Situationen keine Schuld tragen, wenn sie sich regelkonform verhalten, und dass sie Vorfälle wie diesen stets bei der Polizei melden sollten.
Zivilcourage: Warum Einmischen im Ernstfall wichtig ist
Der Vorfall in Soest zeigt zugleich, wie wirksam couragiertes Einschreiten von Umstehenden sein kann: Die unbekannte Zeugin, die sich verbal für die Jugendliche einsetzte, trug möglicherweise dazu bei, dass die Situation nicht weiter eskalierte. Präventionsstellen der Polizei empfehlen, bei Übergriffen im öffentlichen Raum nach Möglichkeit verbal einzugreifen, lautstark auf die Situation aufmerksam zu machen und im Zweifel weitere Personen einzubeziehen, anstatt direkt körperlich einzugreifen. Wichtig ist zudem, sich im Nachhinein als Zeuge bei der Polizei zu melden, auch wenn man selbst nicht unmittelbar betroffen war.
Die Pollhofstraße liegt in einem belebten Bereich von Soest, in dem am Nachmittag üblicherweise viele Fußgänger, Radfahrende und E-Scooter-Nutzer unterwegs sind. Gerade an solchen belebten Stellen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es weitere Zeuginnen und Zeugen des Vorfalls gibt, die bislang noch keinen Kontakt zur Polizei aufgenommen haben. Auch scheinbar nebensächliche Beobachtungen, etwa zur Fluchtrichtung der tatverdächtigen Frau, können für die Ermittlungen von Bedeutung sein.
Übergriffe wie der Angriff Soest auf die 14-Jährige zeigen zudem, dass Konflikte um E-Scooter im öffentlichen Raum keine Bagatelle sind, sondern rechtlich klar als Straftat gewertet werden, sobald jemand einer anderen Person körperlich zu nahe tritt oder sie von einem Fahrzeug herunterzieht. Die Polizei rät jungen Verkehrsteilnehmenden, sich in solchen Momenten nicht auf eine Diskussion mit aufgebrachten Personen einzulassen, sondern möglichst schnell Abstand zu gewinnen und im Anschluss umgehend die Polizei zu informieren.
Quelle: Kreispolizeibehörde Soest, Pressemitteilung vom 29.07.2026 (Original-Pressemitteilung auf presseportal.de). Weitere aktuelle Polizeimeldungen aus der Region finden Sie in unserer Übersicht.