Klimaanlagen

Klimaanlagen in Deutschland sind durch tagelange Hitzewellen zum Alltagsthema geworden. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland trotzdem weit hinten: Je nach Quelle besitzen nur 5 bis 8 Prozent der Haushalte eine fest installierte Klimaanlage, europaweit liegt der Schnitt bei rund 19 bis 20 Prozent. In Frankreich sind es bereits etwa 25 Prozent, in Italien rund die Hälfte aller Haushalte, in Griechenland etwa zwei Drittel. Die Nachfrage in Deutschland zieht trotzdem deutlich an.

Klimaanlagen in Deutschland

Klimaanlage und Solarstrom

Sinnvoll wird der Betrieb einer Klimaanlage vor allem in Verbindung mit einer eigenen Photovoltaikanlage. An heißen, sonnenreichen Tagen liefert die PV-Anlage am meisten Strom – genau dann, wenn auch der Kühlbedarf am größten ist. Das macht den Eigenverbrauch besonders lohnend, denn die Einspeisevergütung ist inzwischen mager: Bei Teileinspeisung liegt sie 2026 bei 7,70 Cent pro Kilowattstunde, kaum ein Viertel des Preises, den man beim Strombezug zahlt. Wer den Solarstrom direkt für die Klimaanlage verbraucht statt ihn einzuspeisen, spart den vollen Strompreis.

Verschärft wird das Problem an genau jenen sonnigen Mittagen: Speisen viele PV-Anlagen gleichzeitig ein, kippen die Börsenstrompreise immer häufiger ins Negative – 2025 betraf das bereits rund 23 Prozent der Solarstromerzeugung. Für Anlagen ab Februar 2025 entfällt in solchen negativen Viertelstunden die Förderung komplett, die Einspeisung kostet die Versorger dann Geld statt Einnahmen zu bringen. Wer den Strom in dem Moment selbst verbraucht statt einzuspeisen, umgeht das. Damit die Rechnung auch abends aufgeht, wenn die Sonne tiefer steht, braucht es zusätzlich einen Batteriespeicher, der überschüssigen Solarstrom für den späten Nachmittag und Abend vorhält.

Was kostet eine Klimaanlage wirklich?

Mobile Geräte sind mit rund 200 bis 800 Euro am günstigsten, benötigen aber keine feste Installation. Fest installierte Split-Klimageräte für einen Raum kosten inklusive Montage etwa 1.500 bis 3.500 Euro, Multisplit-Systeme für mehrere Räume 3.500 bis 8.500 Euro. Bei den Stromkosten liegen die Gerätetypen weit auseinander: Ein effizientes Split-Gerät verbraucht im Schnitt rund 90 Kilowattstunden im Monat (etwa 100 Euro im Jahr), eine mobile Klimaanlage gleicher Leistung dagegen rund 180 Kilowattstunden (etwa 200 Euro im Jahr) – doppelt so viel. Bei regelmäßiger Nutzung ist das fest installierte Gerät trotz höherer Anschaffungskosten meist die günstigere Wahl.

Bei der Installation lohnt sich ein Blick auf mögliche Förderprogramme: Einzelne Kommunen und Energieversorger bezuschussen effiziente Geräte mit Wärmepumpenfunktion, auch wenn es bundesweit keine einheitliche Förderung gibt. Ein Fachbetrieb übernimmt neben Montage und Kernbohrung auch die fachgerechte Befüllung mit Kältemittel – in Eigenregie ist das in Deutschland ohnehin nicht erlaubt. Wer mehrere Angebote einholt, sollte neben dem Gerätepreis auch auf Anfahrt, Wartungsvertrag und Garantiezeit achten, damit die Rechnung am Ende nicht teurer wird als gedacht.

Heiz-Kühl-Kombigeräte

Moderne Split-Geräte arbeiten als reversible Luft-Luft-Wärmepumpe und heizen im Winter genauso effizient, wie sie im Sommer kühlen. Der SCOP-Wert liegt meist zwischen 4 und 5: Für fünf Kilowattstunden Heizwärme wird im Jahresmittel nur eine Kilowattstunde Strom benötigt. Der Aufpreis gegenüber reinen Kühlgeräten ist meist gering, der Nutzen als Ergänzung zur bestehenden Heizung entsprechend hoch. Nachteile: Bei niedrigen Außentemperaturen fallen Abtauzyklen an, und Multisplit-Systeme können in der Regel nur einheitlich heizen oder kühlen.

Heiz-Kühl-Kombigerät

Vor dem Kauf lohnt sich außerdem ein Blick auf die Energieeffizienzklasse: Modelle der Klasse A+++ verbrauchen im Dauerbetrieb spürbar weniger Strom als ältere A+-Geräte – über mehrere Sommer gerechnet ein relevanter Unterschied bei den Betriebskosten.

Auch kommunal wird die Wärmewende beim Heizen zum Thema: In Rietberg ist Heizen mit Öl und Gas bald tabu – ein Grund mehr, bei der nächsten Anschaffung gleich auf ein heiz- und kühlfähiges Gerät zu setzen.

Fazit

Eine Klimaanlage mit eigenem Solarstrom zu betreiben und gleich ein Kombigerät für Heizen und Kühlen zu wählen, rechnet sich am schnellsten – vor allem, wenn man sie gezielt dann laufen lässt, wenn genug eigener Strom da ist.

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