Matze Rossi gehört der Generation Punk an, die mit Ende 30 wieder dort ankommt, wo sie mit Anfang zwanzig schon einmal war. Wilde Träume, ein brennendes Herz, auf Bühnen zuhause (bei ihm waren es die fast mystisch verehrten Tagtraum, mit denen Matze von 1993-2006 fünf Alben veröffentlichte). Irgendwann der Bruch, der Job, das Bürgerliche, die Familie. Und Jahre später die Einsicht, dass das unstete Leben uns immer wieder einholt, wo immer wir uns auch vor ihm verstecken mögen. Auch deshalb stellt Matze weiter seine Fragen, auf einem Album, das sich damit beschäftigt, was es heißt ein „Erwachsener“ zu sein, obwohl Punk uns doch gefordert hat „Young till i die“ zu bleiben. Eigentlich müsste der Tag für Matthias Nürnberger aka Matze Rossi mindestens 30 Stunden haben. 

Der Singer / Songwriter ist Vater von 3 Kindern, Yogalehrer, Sänger der Punkband Bad Drugs, Labelbetreiber, Dozent an der Fachakademie für Sozialpädagogik. Trotzdem schafft er es immer wieder, alles unter einen Hut zu bringen. Denn in ihm brennt ein Feuer, eine Leidenschaft für seine Musik, welche ihm gar keine Wahl lässt. „Ich fange Feuer“ heißt sein mittlerweile 5. Solo-Album, das so vertraut klingt, einen Neuanfang bedeutet und dennoch an alte Zeiten anknüpft. Aufgenommen wurden die zwölf Songs an nur 4 Tagen in Zusammenarbeit mit Sven Peks im Herbst 2015 in der Audiolodge Gaibach – einem Ort, an dem Matze`s musikalische Vergangenheit wohnt: Hier entstanden auch die wegweisenden Alben von Tagtraum, jener Punkrock-Band, die den Grundstein der Musikkarriere des positiven Querdenkers legte – der Kreis schließt sich also wieder. Das Leben ist zu kurz – es wird Zeit für die Ewigkeit. Seit 30 Jahren macht Matze Rossi mittlerweile Musik und doch hat er wohl noch nie ein Album mit so viel Weitsicht und Blick für das große Ganze wie „Wofür schlägt dein Herz“ aufgenommen. Auf seiner neuen Platte tauscht der Songwriter die Spontanität und Rohheit seiner früheren Werke gegen minutiös ausgefeilte und breit gefächerte Klangarrangements ein, die den lebensnahen und eindringlichen Texten vielschichtige Ebenen verleihen. Rossi präsentiert sich trotz seines Bedachts auf das Wesentliche so als Künstler, der sich bewusst vom reduzierten Akustikgitarren-Minimalismus des deutschen Songwritertums abhebt und durchdachten Sound-Konstrukten frönt, denen die Lumineers, Calexico oder Tom Waits mit Ehrfurcht horchen würden.

Jenobi:


Im Oktober 2010 nahm die damals 19 Jahre alte Bassistin Jenny Apelmo den Nachtzug von Göteborg nach Berlin. Aus geplanten 10 Monaten Aufenthalt sind inzwischen 10 Jahre geworden. Heute wohnt die Schwedin in Hamburg und komponiert unter dem Künstlernamen „Jenobi“ eigene Musik. In ihren Liedern ist ein großer Einfluss der schwedischen Indierock-Szene zu erkennen. Lange dunkle Winter und tiefsinnige Texte vermischen sich mit einer zarten Stimme und groovigen Beats. 
Wer die EP „Pretty confused, walking home with no shoes“ kennt, die Apelmo 2016 unter dem damaligen Künstlernamen „Felicia Försvann“ veröffentlichte, kann mit einer großen Überraschung rechnen. Der zarte und süßliche Indiepop hat eine deutlich reifere und selbstsichere Attitüde bekommen. In Jenobis Pressetext heißt es “I’ve done sweet. More by accident than design. Now I’m dead serious”. Das hübsche Gitarrenpicking ist durch eine intensive E-Gitarre ersetzt worden und das Songwriting erinnert nun eher an Lykke Li oder Feist. Gespannt sein darf man auf das gerade entstandene Debütalbum, das im Laufe 2020 veröffentlicht wird.

Jenobi aus Berlin


Termin: 06.05.22
Beginn: 20:00 Uhr
Einlass: 19:00 Uhr
Tickets: 22 € im VVK (ggf. zzgl Gebühren), 27 € an der Abendkasse – erhältlich unter www.kgb-langenberg.de,

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