Tiertransporter mit dehydrierten und verletzten Schweinen in Harsewinkel gestoppt: Drei Tiere aufgrund schlechtenGesundheitszustands getötet – PETA erstattet Strafanzeige 

Harsewinkel / Stuttgart27Juli 2022 – Laut einem Medienbericht wurden am vergangenen Freitagnachmittag bei einer Polizeikontrolle dehydrierte und verletzte Schweine auf einem Transporter in Harsewinkel entdeckt. Die Tiere wurden stundenlang ohne jegliche Versorgung transportiert. Sie seien in einem „äußerst schlechten Gesundheitszustand“ und teils erheblich verletzt gewesen. Das Veterinäramt wurde hinzugezogen, um die Verletzungen und Transportbedingungen zu begutachten. Aufgrund des schlechten Gesundheitszustands wurden ein Tier sofort und zwei weitere später getötet. Den Berichtangaben zufolge zeigte sich der verantwortliche Landwirt und Fahrer des Transporters uneinsichtig. Zudem konnte er notwendige Dokumente nicht vorweisen, woraufhin das Veterinäramt gegen ihn ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Verstoßes gegen die Tierschutztransportverordnung einleitete. PETA erstattete nun Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Bielefeld und fordert ein ausnahmsloses Verbot von kommerziellen Tiertransporten.

„Schweine sind sehr hitzeempfindlich. Genau wie Hunde können sie kaum schwitzen und erleiden schnell einen Hitzschlag. Dehydrierte und tote Tiere auf Lkws sind keine Ausnahme, sondern die Regel“, so Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin und PETAs Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie. „Ist es im Inneren eines Transporters zu heiß und kommen die Tiere zusätzlich nicht an Trinkwasser, ist das für viele von ihnen meist das Todesurteil – verbunden mit einem langandauernden, qualvollen Todeskampf. Jeder kommerzielle Tiertransport bedeutet Leid. Wer Fleisch und andere Produkte tierischen Ursprungs isst, trägt Mitschuld; nur eine vegane Ernährung hilft den Tieren nachhaltig.“


Hintergrundinformationen
Per Verordnung sind Tiertransporte ab einer Temperatur von 30 Grad auf der Ladefläche verboten. Durch die Enge und Körperwärme der Tiere ist dies vor allem im Transportinneren schon ab einer deutlich geringeren Außentemperatur möglich – vor allem, wenn der Transporter steht und nicht vom Fahrtwind gekühlt wird oder anderweitig klimatisiert ist. Dennoch führen zahlreiche Unternehmen stundenlange Tiertransporte auch bei Rekordhitze durch; oft steht den Tieren selbst dann nicht ausreichend Trinkwasser zur Verfügung. Schweine dürfen laut der Tierschutztransportverordnung bis zu acht Stunden am Stück befördert werden. Durch Ausnahmegenehmigungen sind die Zeiten jedoch oft sehr viel länger. 

Die Haltung der Tiere in der Zucht oder Mast hat nichts mit einem artgerechten Leben von Schweinen zu tun. Die geschlossenen Stallsysteme gleichen kahlen Produktionshallen. Dort sind die überzüchteten Tiere gezwungen, ein Dasein in engen und meist kotverdreckten Buchten zu fristen, ohne ihre Bedürfnisse ausleben zu können. Zudem hängt ihr Leben auch von der Instandhaltung der Stalltechnik ab. Nicht selten führen technische Defekte, die aus Nachlässigkeit oder wirtschaftlichen Gründen entstehen können, zum vorzeitigen Tod der Tiere. Stromausfälle oder Brände werden häufig durch Mängel beim Brandschutz oder marode technische Anlagen ausgelöst. Sie sind vermeidbar und Betriebsfehler, somit grob fahrlässig. Jedes Jahr kommt es in Deutschland zu Lüftungsausfällen, infolge derer Tausende Tiere einen minutenlangen Erstickungskampf durchleiden.

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